Baby
Liebe, Mut und Fehler – der echte Weg durchs Elternsein
13 August 2025

Du hast drei Stunden geschlafen, dein Kind hat nach dem Frühstück Windelinhalt bis zum Nacken, der Kaffee ist kalt – und trotzdem fragst du dich, ob du wirklich genug Einsatz zeigst. Willkommen im Elterndasein!
Es ist dieser Spagat zwischen riesiger Liebe und totaler Erschöpfung, zwischen „Ich mach das schon“ und „Ich hab keine Ahnung, was ich da tue“. Du willst alles richtig machen, willst deinem Kind Sicherheit geben – und gleichzeitig fühlst du dich manchmal selbst wie jemand, der gerade noch so die Kurve kriegt.
Das ist normal. Und das darf so sein.
Das Gefühl, nicht zu genügen
Es gibt diesen Begriff: Mom-Impostor-Syndrom. Oder Dad-Impostor. Gemeint ist das Gefühl, nicht gut genug zu sein – obwohl man sich jeden Tag reinhängt. Obwohl man aufsteht, tröstet, wickelt, füttert, singt, schleppt, denkt, plant - und vor allem liebt.
Und trotzdem nagt da manchmal etwas an einem. Weil das Baby deiner Freundin schon durchschläft. Weil du wieder vergessen hast, die zweite Socke einzupacken. Weil du heute zum dritten Mal Paw Patrol laufen lässt. Weil du dachtest, du wärst geduldiger. Oder konsequenter. Oder entspannter.
Die Wahrheit ist: Diese Zweifel entstehen nicht, weil du zu wenig machst. Sondern weil du zu viel willst.
Woher kommt der Druck?
Der Alltag mit Kind ist sowieso schon fordernd. Aber wenn dann noch Instagram-Eltern mit selbstgebasteltem Montessori-Material, frisch gekochtem Bio-Mittagessen und cleanem Wohnzimmer in deinen Feed rutschen, fühlst du dich schnell wie die einzige Person, die das mit dem Elternsein irgendwie nicht auf die Reihe kriegt.
Aber mal ehrlich: Nur wenige Leute zeigen die fünf Milchflecken auf dem Shirt. Oder das Baby, das heute wieder nur zwei Bissen gegessen hat. Oder den Streit am Abend, wenn beide Eltern völlig durch sind. Und das ist das Problem: Du vergleichst dein echtes Leben mit der Hochglanz-Version anderer.
Was dir wirklich hilft: weniger Druck, mehr Vertrauen
Du brauchst keine 17 Ratgeber, kein optimiertes Eltern-Ich und keine perfekte Morgenroutine. Du brauchst ein wenig Luft zum Atmen. Und das Wissen, dass es okay, nicht alles im Griff zu haben.
Was hilft, ist das, was dich entlastet. Dinge, die einfach sind und dir keine zusätzliche Entscheidung abverlangen, wie zum Beispiel Rituale, die Nähe schaffen, ohne Aufwand zu generieren. Ein anderes Beispiel sind Pflegeprodukte, die funktionieren, ohne dass du fünf Inhaltsstoffe googeln musst. Und ganz wichtig: versuche, Zeitfenster zu schaffen, in denen du nicht funktionieren musst.
5 Dinge, die du dir öfter sagen solltest
1. „Fehler sind Alltag, nicht Ausnahme.“ Dein Kind braucht keine perfekten Eltern. Es braucht dich. Und zwar so, wie du bist: echt, manchmal überfordert, aber immer voller Liebe.
2. „Ich darf mir meinen eigenen Weg erschaffen.“ Was bei anderen klappt, muss bei euch nicht passen. Ob Co-Sleeping, Brei oder Baby-led-Weaning – dein Bauchgefühl ist ein verdammt guter Ratgeber.
3. „Ich darf müde sein und bin trotzdem ein gutes Elternteil.“ Du kannst genervt sein, dich nach Ruhe sehnen, und trotzdem eine liebevolle Mama oder ein liebevoller Papa sein. Das schließt sich nicht aus – es gehört zusammen.
4. „Ich darf es mir selbst leichter machen.“ Nicht alles muss von Grund auf durchdacht, getestet oder perfekt inszeniert sein. Du darfst auf Dinge setzen, die dir das Leben einfacher machen – weil du genug andere Baustellen hast.
5. „Ich bin nicht allein.“ Du bist nicht die Einzige, die sich fragt, ob sie genug ist. Nicht der Einzige, der sich im Supermarkt mit schreiendem Kleinkind fragt, was zur Hölle eigentlich los ist. Wir alle struggeln. Nur reden wir zu selten miteinander darüber.
Die kleinen Dinge, die Sicherheit geben
Was im Alltag wirklich zählt? Diese stillen, unaufgeregten Momente. Wenn dein Kind sich beim Wickeln an dich kuschelt. Wenn es mit schaumverschmierten Händen in der Badewanne gluckst. Wenn du weißt: Es ist gerade nicht perfekt – aber es ist gut.
Und manchmal hilft genau das: Produkte, Entscheidungen, Routinen, die dich nicht zusätzlich stressen. Die klar, ehrlich und einfach sind. Weil du dann Raum hast – für das, was wirklich wichtig ist: die Verbindung zwischen dir und deinem Kind.
Du brauchst keine Genehmigung dafür, es auf deine Weise zu machen. Es gibt keine Checkliste für ein gutes Elternsein. Du darfst scheitern, lachen, weinen, wütend sein und dir trotzdem sicher sein: Dein Kind liebt dich. Und du machst das richtig gut.
Denn echt sein ist immer besser als perfekt sein.